Update: Das Rote Meer und der Frachtmarkt

Im Roten Meer werden nach wie vor Handelsschiffe angegriffen, so dass eine Umleitung um das Kap der Guten Hoffnung unumgänglich ist. Insgesamt entspannt sich die Lage auf dem Seefrachtmarkt jedoch etwas und zuvor befürchtete Szenarien bleiben aus.

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In den letzten Wochen hat das Rote Meer eine angespannte Situation erlebt, die nicht nur lokale, sondern auch globale Auswirkungen auf den Seefrachtmarkt hatte. Die Ereignisse wurden insbesondere durch die kürzlich stattgefundenen Attacken der Huthi-Rebellen auf Schiffe und Hafeninfrastruktur verschärft, was zu erhöhten Spannungen und Risiken für die Schifffahrt in der Region geführt hat. Leider finden noch immer in unregelmäßigen Abständen Angriffe auf Handelsschiffe statt, sodass nicht von einer Entspannung der Lage auszugehen ist.

Die Huthi-Attacken haben für Verzögerungen und Unsicherheiten bei Seetransporten gesorgt, was zu Engpässen und erhöhten Kosten für Unternehmen weltweit geführt hat. Aus Sicherheitsgründen wird das Rote Meer ebenso wie der Suezkanal auch weiterhin größtenteils gemieden. Viele Reedereien nutzen schon seit Mitte Dezember die Ausweichroute um das Kap der Guten Hoffnung, die allerdings eine 10 bis 14 Tage längere Transitzeit bedeutet. Eine Änderung der Routings zurück durchs Rote Meer ist kurzfristig nicht zu erwarten.

Was Sie derzeit auf dem Seefrachtmarkt erwartet

Entspannung gibt es hinsichtlich des „Backlog“ an Ladung, das vor Lunar New Year aufgebaut und mittlerweile wieder größtenteils abgebaut wurde. Derzeit gibt es kaum noch Kapazitätsengpässe auf den Schiffen, so dass aktuell auch relativ kurzfristig gebucht und verschifft werden kann. Der Frachtmarkt hat bereits reagiert und wir beobachten entsprechend fallende Frachtraten. Mit sogenannten Blanksailings (Streichungen von Abfahrten) versuchen die Reeder derzeit erneut den Platz auf den Schiffen künstlich zu verknappen, um einer weiteren Reduzierung der Frachtraten entgegen zu wirken. Die Auswahl an Abfahrten wird somit in den kommenden Wochen reduziert. In der Vergangenheit befürchtete Engpässe in Bezug auf die Leercontainer-Verfügbarkeit haben sich bisher nicht gezeigt und werden aufgrund der derzeit schwachen Anzahl von Buchungen voraussichtlich auch nicht eintreten.  

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