Import Control System 2 (ICS2)

Mit der Einführung des ICS2 sollen die Sicherheitsstandards in der EU weiter erhöht und der Warenverkehr effizienter überwacht werden. Es betrifft alle Unternehmen, die Waren in die Europäische Union (EU) importieren oder durch diese hindurch transportieren.

Intention des Import Control System 2 (ICS2)

Das ICS2 ist ein umfassendes Zollsystem, das darauf abzielt, die Sicherheit des Warenverkehrs in die EU zu gewährleisten. Es ist die Weiterentwicklung des ursprünglichen Import Control System (ICS) und hat den Zweck, den Zollbehörden in der EU vor Eintreffen der Waren eine gründliche Risikoanalyse zu ermöglichen. Dazu wird von den Importeuren eine frühzeitige Übermittlung von Daten über die zu importierenden Waren verlangt.

Phasen der Implementierung

  • Release 1: Im März 2021 wurde ICS2 für den Luftpost- und Expressfrachtverkehr vor Beladung eingeführt.

  • Release 2: Im März 2023 erweiterte sich das System auf den gesamten Luftverkehr, inkl. Post- und Expressfrachtverkehr.

  • Release 3: Seit Juni 2024 werden alle verbleibenden Güter, die in die EU transportiert werden von ICS2 erfasst. Die Umstellung für die einzelnen Verkehrsträger erfolgt schrittweise.

Änderungen ab April 2025

Die ICS2-Regelungen gelten seit dem 1. April vollständig für den Seeverkehr. Gleichzeitig begann am 1. April die Umstellungsphase für den Schienen- und Straßenverkehr. Alle dazugehörigen Transportunternehmen müssen bis zum 1. September 2025 in das ICS2-System integriert werden.

Frühzeitige Übermittlung von Daten

Es ist erforderlich, Importdaten zu allen Warensendungen, die in die EU importiert werden, bereits vor dem Eintreffen der Waren an die Zollbehörden zu übermitteln. Lieferanten, Logistikdienstleister und Importeure müssen sich eng abstimmen, um Details wie z. B. Angaben zu Käufer und Verkäufer, HS-Codes, EORI-Nummer des Empfängers und eine genaue Beschreibung der Ladung frühzeitig einzureichen.

Datengenauigkeit und Vollständigkeit

Es wird ein besonderer Fokus auf die Genauigkeit und Vollständigkeit der übermittelten Daten gelegt. Unvollständige oder fehlerhafte Angaben können zu Verzögerungen bei der Zollabfertigung oder einem Einfuhrverbot der Waren in die EU führen. Eine gründliche Überprüfung der Datenqualität im Vorfeld minimiert solche Probleme.

Verstärkte Sicherheitskontrollen

Die Zollbehörden werden mithilfe des ICS2 frühzeitig Risiken bewerten können, wodurch es möglicherweise zu verstärkten Kontrollen bei Verdacht auf Sicherheitsrisiken kommen kann. Das kann wiederum zu Verzögerungen führen, insbesondere wenn Daten nicht korrekt übermittelt wurden.

Bedeutung für Ihr Unternehmen

Es kommt maßgeblich darauf an, wie gut sich Unternehmen auf die neuen Anforderungen vorbereiten. Wer frühzeitig seine Prozesse, Systeme und Schulungen anpasst, kann reibungslose Abläufe sicherstellen und Verzögerungen sowie Sanktionen vermeiden.

Prüfung der eigenen Logistikprozesse

Stellen Sie sicher, dass Ihre internen Abläufe an die neuen Anforderungen angepasst sind. Das bedeutet, dass alle relevanten Daten rechtzeitig und korrekt zur Verfügung stehen müssen. Die erforderlichen Sendungsdaten müssen mindestens 24 Stunden vor der Verladung eingehen und an den Zoll übermittelt werden.

Schulung des Personals

Mitarbeiter, die für die Zollabfertigung zuständig sind, sollten umfassend über die neuen Anforderungen informiert und geschult werden, um Fehler bei der Dateneingabe zu vermeiden. Sie müssen besonders aufmerksam sein, da die Genauigkeit des HS-Codes und der Beschreibung besonders wichtig sind, da diese mit der endgültigen Zollabfertigung im EU-Land übereinstimmen müssen.

Kooperation mit Logistikdienstleistern

Sollten Sie externe Partner für die Zollabwicklung einsetzen, stellen Sie sicher, dass diese ebenfalls über die Änderungen informiert sind und die Daten rechtzeitig an die EU-Zollbehörden übermitteln können.

Unsere lokalen Experten kennen die Anforderungen und helfen Ihnen gerne weiter.

Technische Anpassungen und IT-Systeme

Überprüfen Sie, ob Ihre IT-Systeme in der Lage sind, die erforderlichen Daten in der geforderten Qualität und zeitlichen Vorgabe an die EU-Zollbehörden zu übermitteln. Digitale Lösungen wie spezialisierte Zoll-Software oder ERP-Systeme können beim effizienten Datenmanagement helfen.

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