Indien-Pakistan-Krise beeinträchtigt den Güterverkehr in Südasien

Indien verbietet die Einfuhr von Waren aus Pakistan und den Umschlag pakistanischer Fracht in seinen Häfen. Pakistan stoppt den Grenzhandel und sperrt den Luftraum. Schifffahrtsunternehmen reagieren mit Routenänderungen und Transithäfen wie Colombo und Salalah gewinnen an Bedeutung.

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Am 3. Mai 2025 hat die indische Regierung ein Importverbot für Waren aus Pakistan erlassen. Auch der Umschlag pakistanischer Fracht in indischen Häfen ist ab sofort verboten. Schiffe mit Ziel Pakistan dürfen indische Häfen nicht mehr anlaufen.

Diese Maßnahmen sind die Reaktion auf einen tödlichen Angriff in der umstrittenen Region Kaschmir, bei dem mindestens 26 Touristen getötet wurden. Indien macht Pakistan für den Angriff verantwortlich. Islamabad bestreitet jegliche Beteiligung und warnt vor indischen Militäraktionen.

Als Gegenmaßnahme hat Pakistan den Grenzhandel am 4. Mai gestoppt. Seitdem war der Luftraum für indische Flugzeuge gesperrt. Nach indischen Angriffen auf pakistanisches Gebiet, schloss Pakistan seinen Luftraum für 48 Stunden vollständig.

Die Handelseinschränkungen gelten nicht für Sendungen, deren Bill of Lading (B/L) oder Letter of Credit (L/C) vor dem Inkrafttreten der Verordnung ausgestellt wurden.

Folgen für den Seefrachtmarkt

Diese Entwicklungen betreffen zahlreiche Exporte sowie Hunderte von Importcontainern, die aus China und anderen Ländern über Indien nach Pakistan unterwegs sind und sich bereits auf See befinden. Mehrere Schiffe warten aktuell mit Fracht für beide Länder vor den Häfen. 

Die Reedereien haben bei den Behörden um schnelle Informationen gebeten und zwischenzeitlich individuelle Maßnahmen ergriffen:

MSC

MSC nutzt Colombo in Sri Lanka als neuen Umschlagplatz. Alle Fracht wird dorthin umgeleitet. Die Reederei hat eine offizielle Freigabe von Indien erhalten: Gestrandete Fracht aus Pakistan darf in Mundra und Nhava Sheva aufgenommen werden. Neue Fracht aus Pakistan wird dort aber nicht mehr angenommen.

CMA CGM

CMA CGM schickt einige Schiffe zurück nach Pakistan. Die Ladung wird dort entladen und später erneut verschifft.

Laut Angaben von CMA CGM ist ein Zubringerdienst zu einem nahegelegenen Umschlagplatz möglich.

Maersk und Hapag-Lloyd

Maersk überprüft aktiv seine Routen. Sie wollen sicherstellen, dass alle Vorschriften eingehalten werden. Mögliche Folgen sind Umleitungen oder Fahrplanänderungen. Bei längerem Andauern der Beschränkungen nimmt die Reederei möglicherweise strukturelle Änderungen an seinem Seeverkehrsnetz vor. Dies könnte eine Anpassung der Routen, Drehkreuze oder sogar des gesamten Ost-West-Netzwerks bedeuten.

Maersk und Hapag-Lloyd nehmen weiterhin Buchungen über Salalah an, ohne dass es zu Unterbrechungen oder Änderungen kommt.

View of a container terminal with stacked cargo containers and trailers during the India–Pakistan trade ban in May 2025.

Verschärft wird die Situation durch einen früheren Streik in Pakistan. Auslöser waren Pläne der Regierung, neue Kanäle entlang des Indus zu bauen. Dadurch wurden wichtige Verkehrsverbindungen zwischen dem Norden und dem Süden des Landes blockiert.

Verschiedene Sendungen trafen verspätet im Hafen von Karachi ein und wurden nicht auf die gebuchten Schiffe verladen. Stattdessen wurden sie auf andere Schiffe umgebucht. Da diese den Hafen von Karachi seit der Verhängung der Handelsbeschränkungen nicht mehr anlaufen, stehen viele Container noch immer im Hafen. Der derzeitige Mangel an Schiffskapazitäten führt zu Umbuchungen, Verspätungen und Rollovern.

Wir empfehlen Ihnen, Ihre Routen zu prüfen. Alternativen für Umschlagplätze sollten eingeplant werden. Wir unterstützen Sie bei den erforderlichen Anpassungen. So erreicht Ihre Fracht sicher ihr Ziel.

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